Ab 19:00 Uhr im Café

Der Arzt und Anarchist Dr. Michael Wilk war seit 2014 oft im umkämpften Nordsyrien und unterstützt dort die medizinische Versorgung. Im forum berichtet er über die basisdemokratische Selbstverwaltung.

Das Gesundheitssystem in der nordsyrischen Region Rojava brach aufgrund des Bürgerkriegs zusammen. Die Assad-Regierung verlor schrittweise die Macht und wurde 2012 von der Bevölkerung bis auf wenige Teilgebiete aus Rojava vertrieben. Stattdessen wird eine basisdemokratische Selbstverwaltung in der Region aufgebaut. Ein kostenfreies Medizinsystem wurde eingerichtet. Ärztliche Versorgung wird unabhängig von Herkunft, Religion, Geschlecht oder Einkommen gewährt. Nach denselben basisdemokratischen Grundsätzen sind alle gesellschaftlichen Strukturen Rojavas organisiert. Frauen stellen eigene Komitees und sind mit 40 Prozent Quotierung auf allen sozialen Ebenen beteiligt.

Doch der syrische Bürgerkrieg, die Verteidigung gegen den Terror des Islamischen Staates (IS), das Embargo und die türkische Militäroffensive gegen die Region Rojava seit Januar 2018 stellen das basisdemokratische Gesundheitssystem vor fast unlösbare Aufgaben. Neben der medizinischen Regelversorgung erfordern die Kämpfe auch die Versorgung von zahlreichen verwundeten Kämpfer*innen und Flüchtlingen.

Der Eintritt ist frei! Der Vortrag mit anschließender Diskussion findet im Café statt.

Veranstaltet von der Anarchistischen Gruppe Mannheim (AGM), dem Jugendkulturzentrum forum und der Freien Arbeiterinnen und Arbeiter Union Mannheim (FAU MA)