Ab 19:00 Uhr im Café

Im Rahmen der antifaschistischen Herbstoffensive des „Offenen Antifaschistischen Treffens“ berichtet Patrycia Kowalska über den NSU-Komplex. Sie ist Pressesprecherin vom „Bündnis gegen Naziterror & Rassismus“, die den NSU-Prozess beobachtet hat und die Kampagne „Kein SchlussStrich“ mitorganisiert hat.

Donnerstag, 11. Oktober 2018, 19.00 Uhr – Café im forum


Kein Schlussstrich unter den NSU-Komplex im Angesicht des Rechtsrucks!

Freital - Clausnitz oder Bautzen, aber auch die neueren Geschehnisse in Chemnitz und Köthen markieren neue Höhepunkte rechten Mobilisierungspotenzials, befeuern die Dimensionen alltäglicher rechter Gewalt und potenzieren die Gefahr rechten Terrors. Sie sind Ausdruck der von Rechts aufgeladenen Idee des Vigilantismus: Die Motivation die Dinge
selbst in die Hand zu nehmen, gegen die „staatliche Umvolkungspolitik“.

Das war auch Motivation des NSU-Terrors. Und obwohl der Fakt
hervorsticht, dass der „Nationalsozialistische Untergrund“ über ein Jahrzehnt rauben, bomben legen und morden konnte, ist der NSU-Komplex nicht nur ein Teil der Geschichte rechten Terrors in der BRD, sondern auch Teil ihrer Kontinuitäten. Ein Weg rechten Terror zu verhindern, bedeutet Kontinuitäten sichtbar zu machen und zu durchbrechen. Neonazis haben den „Nationalsozialistischen Untergrund“ gebildet, weil genau dies
der Umsetzung ihrer Ideologie entspricht. Aber der institutionelle und gesamtgesellschaftliche Rassismus, sowie die Verharmlosung rechter Strukturen bildeten die Grundlage dafür, dass der NSU im Untergrund bleiben konnte und nicht enttarnt wurde. Im Rahmen des Vortrags sollen die Grundlagen des NSU-Komplexes genauer herausgearbeitet werden. Im
Anschluss an den Vortrag von Patrycja Kowalska, Sprecherin der Kein Schlussstrich Kampagne, wollen wir mit euch abschließend auch über Lehren und Konsequenzen aus dem NSU-Komplex in Anbetracht des aktuellen Rechtsrucks diskutieren.